
Beim Wandern neulich wurde mir bewusst, dass der Sommer sich langsam verabschiedet. Die Sonne brannte vom Himmel und spiegelte sich auf der Wasseroberfläche des Sees. Unter meinen Schritten raschelte das bereits am Boden liegende Laub.
Ein Sommer voller Erlebnisse, warmer Tage, wechselhaften Wetters und lauer Abende geht also zu Ende. Besonders in Erinnerung blieb mir ein Wandertag im August, an dem ich mit ein paar Bekannten im Allgäu war. Wir starteten am Vormittag, stiegen Schritt für Schritt durch den warmen, windigen Tag hinauf und erreichten am Nachmittag den Gipfel des Iseler.
Was ich in den Bergen am meisten liebe, ist die Ruhe. Ich fühle mich dann eins mit der Natur, fühle mich geerdet und beim Blick ins Tal verkleinern sich zuvor für riesengroß erachtete Sorgen auf beinahe magische Art und Weise. Jener Sommertag ist mir so in Erinnerung geblieben, weil wir diesen wunderbaren Tag noch verlängert haben. Nach der Einkehr lagen wir noch auf der Wiese, den Blick ins Tal gerichtet, und beobachteten, wie sich das Licht von golden zu orange veränderte und die Gipfel schließlich in rötliches Licht tauchte. Das Alpenglühen machte seinem Namen alle Ehre und die Berge schienen einen Moment lang von innen heraus zu leuchten.



Zu Beginn des Sommers habe ich Sie dazu eingeladen, sich auf das Fotografieren mit Worten einzulassen. Sie haben innegehalten, mit allen Sinnen hingesehen und festgehalten, was vor Ihren Augen lag. Jetzt, am Ende des Sommers, möchte ich Sie einladen, sich mit Ihrer inneren Landschaft zu befassen und den Blick nach innen zu richten. Denn auch in uns gibt es Landschaften: weite Räume, verschlungene Wege, sonnige Lichtungen, Berge, Täler, Seen und manchmal auch Nebel.
Meine innere Landschaft

Ich lade Sie herzlich dazu ein, Ihre Erinnerungen des Sommers noch einmal Revue passieren zu lassen:
Ist Ihnen eine Landschaft besonders im Gedächtnis geblieben? Welche Farben, Gerüche, Geräusche und Temperaturen verbinden Sie mit diesem Ort? Was löst diese Landschaft in Ihnen aus? Welche Gedanken oder Gefühle tauchen auf? Und gibt es vielleicht eine Verbindung zwischen dieser äußeren Landschaft und Ihrer inneren Stimmung?
Lassen Sie sich gerne auf ein Freewriting hierzu ein:
Nehmen Sie Papier und Stift zur Hand, stellen Sie sich einen Wecker auf zehn Minuten und schreiben Sie alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt. Setzen Sie den Stift dabei möglichst nicht ab. Lassen Sie Ihre Gedanken fließen und folgen Sie den Bildern, Erinnerungen und Gefühlen, die auftauchen.
Lesen Sie im Anschluss Ihren Text noch einmal in Ruhe durch. Gibt es ein Bild, einen Gedanken oder ein Wort, das Ihnen besonders auffällt? Vielleicht möchten Sie daraus Ihr persönliches Wort des Sommers wählen – etwas, das Sie aus dieser Jahreszeit mitnehmen und das Sie noch ein Stück begleiten darf.
Viel Freude beim Schreiben und Entdecken!😊

geschrieben und fotografiert von: Teresa Schmid
